
"SEMPER BONIS ARTIBUS" - Immer die schönen Künste
"SEMPER BONIS ARTIBUS" – Im Eingangsbereich des ART-KON-TOR Hauptsitzes erinnert noch heute ein Natursteinrelief mit dem Leitspruch des Gustav Fischer Verlages an die Geschichte des Hauses. Das denkmalgeschützte Gebäude diente dem renommierten Wissenschaftsverlag knapp 8 Jahrzehnte lang als Verlagshaus und Papierlager. Errichtet wurde der Stahlbetonbau zwischen 1912-1913 durch die Firma Dykerhoff und Widmann.Da sich das Bauland inmitten eines Wohngebietes befand, bekam der Weimarer Architekt Bruno Röhr von den Jenaer Stadtvätern die Auflage, den Industriebau möglichst harmonisch in das Umfeld einzupassen. Für die Besucher des ART-KON-TOR Gebäudes ist die gelungene Umsetzung dieser Auflage noch heute ein Aha-Effekt. Außen Wohnhaus – innen klassisches Industrieloft mit über 2.800 qm Gesamtnutzfläche und einem großzügigen Lichthof in der Mitte.
Für Architekt Röhr und Baufirma Dykerhoff und Widmann war das Papierlager im Übrigen eine Fingerübung für das in gleicher Bauweise von den Partnern errichtete Zeiss-Hauptwerk im Jenaer Stadtzentrum.
In der Nachkriegszeit kam es zur Teilung des Gustav Fischer Verlages in die beiden Firmen Gustav Fischer Jena und Gustav Fischer Stuttgart. Während sich die Stuttgarter Filiale durch die ab 1968 aufgelegte Reihe gft (Gustav Fischer Taschenbücher) und die Beteiligung am Universitäts-Taschenbuch-Verlag (UTB) schnell einen Namen bei der preisbewussten Studentenschaft machte, fristete die Jenaer Dependance im Arbeiter- und Bauernstaat ein Schattendasein.
Die Wiedervereinigung Deutschlands 1990 führte auch die beiden Fischer-Ableger wieder zusammen. Nach einer weiteren Fusion ging das gesamtdeutsche Unternehmen im Jahre 1999 im Urban & Fischer Verlag mit Sitz in Jena und München auf.
Sein Papierlager in der Hainstraße musste der Fischer-Verlag schon 1990 aus wirtschaftlichen Gründen aufgeben. Nach 10-jährigem Leerstand wurde ART-KON-TOR Geschäftsführer Karsten Meyer im Jahr 2000 auf die Industrie-Ruine aufmerksam. Der Gründerstil-Bau war das ideale neue Domizil für die stetig wachsende ART-KON-TOR Belegschaft.
Während der aufwendigen Komplettsanierung von 2001 bis 2002 entstand eine gelungene Symbiose aus historischer Bausubstanz, Stilelementen der Gründerzeit und progressiver Architektur. Mit architektonischer Sensibilität wurde darauf geachtet, die Ursprünglichkeit des Gebäudes zu erhalten. Die Schlichtheit der verwendeten Materialstrukturen aus Beton, Stahl, Glas und Holz verleiht der Architektur die kühle Sachlichkeit eines Industriebaus. Durch die moderne Haus-, Telekommunikations- und Netzwerktechnik entstehen Kontrastpunkte, die dem Bauwerk einen dynamischen Akzent geben und seinen einzigartigen Charme ausmachen.
Besonderer Blickfang sind der unter Denkmalschutz stehende, noch funktionsfähige historische Lastenaufzug sowie die zweiläufige Treppenanlage mit ornamental gefasstem Geländer im Lichthof.
Im Dachgeschoss existieren drei Wohnungen und eine Dachterrasse mit herrlichem Blick auf das „Paradies“, die Kernberge sowie die Skyline von Jena mit dem Intershop-Tower.
Seit dem Einzug im Jahre 2002 füllen die 40 ART-KON-TOR Mitarbeiter den alten Leitspruch des Fischer-Verlages wieder mit Leben: SEMPER BONIS ARTIBUS – Immer die schönen Künste!